Amerikanische Monarchien


Ein Schwerpunkt der gegenwärtigen Forschungen sind monarchische Herrschaftskonzepte und deren Legitimation während des lateinamerikanischen Unabhängigkeitsprozesses. Die Renaissance monarchischer Herrschaft um 1800 ging in Lateinamerika einher mit Tendenzen politischer Eigenständigkeit und zeigt, dass – so die These des Projektes – Vorstellungen von Reich und Kaisertum seit der europäischen Expansion bis über die Unabhängigkeit hinaus grundlegend für politische und räumliche Ordnungskonzepte waren. Im brasilianischen Fall kulminierten monarchische Ideen in der Herauslösung aus dem portugiesischen Weltreich und der Konstitution eines unabhängigen Kaiserreiches ab 1822. In Mexiko konnten solche Konzepte, an indigene Traditionen anknüpfend, den Unabhängigkeitsprozess befördern, ohne sich dauerhaft zu etablieren. Daneben haben vorkolumbische und koloniale Herrschaftsräume die Entstehung neuer Staaten vom Andenraum bis zum Rio de la Plata geprägt. Unter Rückgriff auf ein breites Angebot schriftlicher und ikonografischer Quellen nicht zuletzt darum gehen, wie amerikanische Vorstellungen monarchischer Herrschaft in einem atlantischen Horizont gewirkt haben.