CONDE DEL MAULE


Im Jahre 1783 unternahm der aus Talca, Chile, gebürtige Nicolás de la Cruz y Bahamonde eine lange Fahrt, die ihn über Concepción, Buenos Aires und Montevideo nach Cádiz führte, wo er ein erfolgreicher Kaufmann werden sollte. Über seine Reise verfasste Cruz y Bahamonde einen Bericht, in dem er im Verlauf seines Lebens auch Eindrücke weiterer Reisen in Europa verarbeitete. Obwohl Cruz y Bahamonde, bekannt auch unter seinem Adelstitel ‘Conde del Maule', nie wieder in seine Heimat zurückkehren sollte, setzte er sich bis zu seinem Lebensende für deren Belange, besonders in wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht, ein.

Eine vollständige und kritische Edition des gesamten Textes liegt bislang nicht vor. Die Einbettung der ‘Anecdotas' in ihre sprachlichen wie historischen Zusammenhänge lassen dabei ihre Bedeutung erkennen: als Zeugnis eines Akteurs, der im Kontext von Aufklärung, Reform und Revolution, Freihandel, Unabhängigkeit und Nationsbildung das Verhältnis beider Seiten des Atlantiks neu verhandelt; als Ausdruck der Fähigkeit, Lokales und Globales zusammenzudenken; und nicht zuletzt als als einzigartiges Ego-Dokument, in dem die eigene Rolle beständig reflektiert und weiterentwickelt wird.

Hier geht es zum digitalisierten Originalmanuskript im Besitz der Bibliothek der Lehigh-Universität.